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"Ein Großteil der deutschen Nachkriegskinder ist ins Leben geprügelt worden", stellt die Journalistin Ingrid Müller-Münch fest. In ihrem Buch ("Die geprügelte Generation - Kochlöffel, Rohrstock und die Folgen", Klett-Cotta Verlag) geht es um grausame Straf-Rituale, die früher in den Familien weit verbreitet waren. Mittlerweile haben Kinder "ein Recht auf gewaltfreie Erziehung", so steht es in dem Gesetz, das seit dem 1. Januar 2000 gilt.
Tatsächlich wächst heute die Mehrheit der Kinder zuhause ohne körperliche Gewalt auf. Der radikale Bruch mit jahrtausendealten Erziehungsmaßnahmen hat Folgen. Prof. Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen stellt fest, dass die Bereitschaft Jugendlicher selber Gewalt auszuüben, heute geringer ist als früher.
SWR2 Kontext vom 22.02.2012
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Mehr als 20 Jahre mussten die Menschen Birmas oder Myanmars, wie der kleinen Staat in Südostasien offiziell heißt, unter einer abgeschotteten Militärdiktatur leben. Doch seit ein paar Monaten stehen die Zeichen in Rangun auf Öffnung. Die Militärjunta, die Birma in Myanmar umbenannte, hat den Übergang zur Demokratie versprochen. Es übergab die Macht offiziell einer Zivilregierung, politische Gefangene kamen frei, die berühmte Friedensnobelpreisträgerin und Politikerin Aung San Suu Kyi steht nicht mehr unter Hausarrest und die Pressezensur wurde gelockert. Die Reformanstöße der Regierung sind nicht zu übersehen, dennoch reißen Berichte über die Verletzung von Meinungs- und Pressefreiheit nicht ab. So werden Journalisten beispielsweise weiter von den Behörden zensiert. Wie glaubwürdig ist der Wandel in Myanmar ? Darüber reden wir in in SWR2 Kontext mit Marco Bünte, Myanmarexperte vom GIGA - Asieninstitut. SWR2 Kontext vom 21.02.2012
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Nun also doch! Im zweiten Anlauf wird Joachim Gauck nun doch zum Bundespräsidenten nominiert. Diesmal haben sich FDP, Union, Bündnisgrüne und SPD auf Gauck als Kandidaten geeinigt. Nach Christian Wulff soll mit dem Theologen Gauck nun ein "linker Konservativer" ins Schloss Bellevue einziehen, der sich vor allem durch seine Biografie auszeichnet und bei den Bürgern Respekt verschafft hat. 1940 in Rostock geboren gerät er schon früh in Konflikt mit dem SED-Regime. In den 80er Jahren fällt er durch seine kritischen Reden in der Rostocker Marienkirche auf, eine der Kirchen, vor der die Massendemonstrationen im Herbst 1989 stattfinden. Schon damals spricht Joachim Gauck von Freiheit, die es ermöglicht ,Verantwortung zu übernehmen, auch in der Demokratie. Das motiviert ihn bis heute und viele hoffen nun, dass er mit dieser Haltung wichtige Debatten in Deutschland anstoßen kann, denn er will die Kluft zwischen Bürgern und der repräsentativen Demokratie überwinden helfen. Und auch dabei sind für Joachim Gauck Freiheit und Verantwortung zentrale Begriffe. Was motiviert Joachim Gauck? Darüber sprechen wir in SWR2 Kontext mit dem Philosophen und Theologen Richard Schröder.
SWR2 Kontext vom 20.02.2012
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Der heimliche Eingriff: Somalia im Visier der USA
Die USA ändern ihre Militärstrategie: Das erzwingen zwei verlustreiche Kriege, die auch Milliarden Dollar verschlangen. Die Militär-Interventionen in Afghanistan und im Irak brachten auch die USA an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Diese Kriege werden von Präsident Obama liquidiert, sie waren ohnehin ein Erbe der Ära Bush. Doch das bedeutet nicht, daß sich die USA aus der Welt völlig zurück ziehen. Sie wollen ihre Ziele aber nun mit geringerem Aufwand durchsetzen, auch Verbündete sollen stärker gefordert werden. Das trifft auch auf einen Krisenherd zu, den die Menschen in den USA in besonders schlimmer Erinnerung haben: Somalia. 1993 schlug in Somalias Hauptstadt Mogadischu ein Kommando-Unternehmen von US-Truppen unter Verlusten fehl: Die Bilder von getöteten und geschändeten US-Soldaten liefen um die Welt. Somalia ist ein Schlupfwinkel der ideologischen Hauptgegner der USA: Die somalische Al Shabab-Miliz schloß sich erst dieses Jahr offiziell der Terror-Organisation al-Kaida an. Somalia, der Piraten-Stützpunkt an einer wichtigen Handelsroute, Somalia, die Fluchtburg islamistischer Terrorgruppen: die USA können dieses Land nicht einfach links liegen lassen. Innenpolitisch wäre in den USA eine konventionelle Militärintervention nicht sehr populär. Antje Dieckhans schildert uns, wie die USA trotzdem in Somalia ihre Gegner unter Druck setzen:
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Der Soziologe Max Weber hat gefordert, ein Amtsträger solle für die Politik, nicht von der Politik leben. 100 Jahre ist das her, aber es gilt immer noch. Ein Billigkredit, super Urlaub und sonstige Gefälligkeiten, die Christian Wulff als Ministerpräsident wohl gerne angenommen hat, haben die Staatsanwälte alarmiert. Sie möchten wegen Vorteilsnahme ermitteln. Das hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie gegeben. Tatsächlich halten die wenigsten Leute - nur 16 Prozent - Wulff für ehrlich, das hat eine Umfrage ergeben. Das Vertrauen in der Bevölkerung ist längst weg. Wulff zog die Konsequenz und ist heute als Bundespräsident zurückgetreten. SWR2 Kontext vom 17.02.2012